BürgerWOLKE läuft an – Soester*innen können Klimadaten im eigenen Garten erfassen

Das Klima verändert sich – auch in Soest. Aber wie warm ist es eigentlich in Soest? Und wie feucht? Wie ist der Luftdruck? Und wie verhalten sich die unterschiedlichen Klimatope – die dicht bebaute Altstadt, der waldige Stadtpark, Einfamlienhaus-Siedlungen – zueinander? Das möchte das Projekt BürgerWOLKE herausfinden, das im Rahmen der Digitalen Modellregion umgesetzt wird. Dazu werden 100 Sensorboxen im Stadtgebiet aufgestellt, die die Werte der Lufttemperatur, UV-Intensität, Windstärke und Luftdruck erfassen. Die Hälfte dieser Sensorboxen soll auf privaten Grundstücken stehen. Die Soester*innen können sich also selber an dem Projekt beteiligen. Dazu werden ab dem 26. Oktober Soester*innen gesucht, die Lust und Interesse haben, eine der Boxen auf ihrem Grundstück aufzustellen. Neben den Haus- und Grundbesitzern können sich auch Mieterinnen und Mieter melden, wenn die Eigentümer einverstanden sind. Das Aufstellen der Boxen ist für die teilnehmenden Haushalte kostenfrei bis auf sehr niedrige Stromkosten für den Betrieb.

Die Messung der Klimadaten ist natürlich kein Selbstzweck: Die Daten werden in Echtzeit online für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, außerdem wird daraus ein Warnsystem für Extremwetterlagen entwickelt. Die ganze Stadtgesellschaft profitiert also, weil eine detaillierte Datenbasis die Entwicklung sinnvoller Maßnahmen zur Anpassung an Klimafolgen ermöglicht. Dafür werden die Messwerte werden in einem ersten Schritt durch den Deutschen Wetterdienst und das Fraunhofer IOSB-INA geprüft und plausibilisiert. In einer fortgeschrittenen Projektphase fließen die Daten auch in Klimamodellierungen ein, beispielsweise wenn ein neues Bauprojekt geplant wird. Neben der Stadt Soest, dem Fraunhofer IOSB-INA und dem Deutschen Wetterdienst sind auch die Stadtwerke Soest im Projekt aktiv. Die Aufgabe der Stadtwerke ist insbesondere, sich um den Aufbau des Kommunikationsnetzwerks LoRaWAN zu kümmern. Denn besonders an diesem Projekt ist auch, dass ein Netzwerk mittels Low-Cost Sensorik aufgebaut wird: Über ein LoRaWAN-Netzwerk werden die Daten übertragen. Bei LoRaWAN handelt es sich um eine freie Funkfrequenz, die besonders gut dafür geeignet ist, kleine Datenpakete über weite Distanzen zu übermitteln – so wie die Daten der BürgerWOLKE-Sensoren.

In der vorliegenden Konzeption handelt es sich um ein deutschlandweit einmaliges Projekt. Keine andere Stadt verfügt über ein so flächendeckendes und kleinteiliges Netz an Klimadatenmesspunkten.

 Anmeldungen für Sensoren nimmt das Projektbüro Digitale Modellregion ab Montag, 26. Oktober 2020, online unter www.mitdenken-soest.de/buergerwolke entgegen.

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